Teide-NationalparkHöllenspitze und NaturwunderPico del Teide - Der am Gipfel mit hellem Bimsstein bedeckte Pico del Teide, mit 3717 m Höhe der höchste Berg Spaniens, ist das Wahrzeichen Teneriffas und fast von jedem Standort auf der Insel aus gut zu sehen. An seiner Basis weist der vor ca. 500.000 bis 600.000 Jahren entstandene, spitz zulaufende Vulkankegel einen Durchmesser von 40 km auf. Daneben befindet sich eine urgeschichtlich etwas ältere Erhebung des Bergmassivs, der Pico Viejo (3114 m), ein Vulkan mit einem imposanten Krater, der einen Durchmesser von 800 m aufweist. Für die Ureinwohner der Vulkaninsel Teneriffa war der Pico del Teide der Sitz des feuerspuckenden Gottes Guayote, der Unheil über die Insel brachte. So leitet sich auch der Name "Teide" vom altkanarischen "eicheide" - Hölle - ab. Auch der Inselname "Tenerife"stammt aus vorspanischen Zeiten und ist auf den im Winter am Gipfel schneebedeckten Pico del Teide zurückzuführen: "tener" bedeutet "Schnee" und "fe" Berg. Heute ist der Vulkan zwar noch immer aktiv, aber die dünnen Schwaden heißer, schwefelhaltiger Gase, die im und am Krater aus kleinen Felsspalten aufsteigen, zeugen eher von abklingendem Vulkanismus. Das Gebiet um den Teide wurde zusammen mit der Caldera de las Cañadas (siehe unten), bereits 1954 zum Nationalpark erklärt. Die alpine Gebirgslandschaft des 13.500 Hektar großen Schutzgebietes ist nicht nur für Vulkanologen, sondern auch für Naturfreunde und Botaniker interessant. So hat bereits 1799 - damals noch unter erheblichen Anstrengungen - der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt den Teide bestiegen. Der Nationalpark liegt durchweg auf einer Höhe von über 2000 m. Selbst im Sommer kann es nachts in der Gipfelregion des Pico del Teide sehr kalt werden. Im Sommer herrscht außerdem extreme Trockenheit, im Winter gibt es auch Frost und Schnee. Unter den rauhen klimatischen Bedingungen hat sich hier eine außergewöhnliche Pflanzenwelt entwickelt. Viele Pflanzenarten gibt es nur am Teide und nirgendwo sonst auf der Welt. In den Hochgebirgsregionen fallen außer den Moosen und Flechten, besonders die Fluren des kleinen Teide-Veilchens auf. Neben verschiedenen Kugelbuscharten wie der dunkelrosa blühenden Teide-Skabiose oder der Besenrauke - die auch "Teide-Stroh" heißt, wachsen in tiefer gelegenen Regionen des Nationalparks die im Sommer gelb bzw. weiß blühenden, dem Ginster verwandten Buscharten "Codesco" und "Retama" (Teide-Ginster). Besonders im Mai und Juni tauchen sie die Vulkanlandschaft in ein duftendes, bienensummendes Blütenmeer. Eine botanische Rarität ist der "Stolz von Teneriffa" genannte Teide-Natterkopf. Die Staude treibt im Frühsommer 2 Meter hohe imposante Blütenstände mit Tausenden von kleinen roten Blüten. Fast alle Pflanzenarten, auch die seltenen, wurden übrigens für Besucher direkt an den Wanderwegen angepflanzt. Sie brauchen also bei Ihren Wanderungen die Wege nicht verlassen, um sie zu entdecken. Um auf den Pico del Teide zu gelangen kann man zu Fuß aufsteigen (eher etwas für geübtere Bergwanderer) oder aber mit der Seilbahn bis auf eine Aussichtsplattform kurz unter dem Gipfel hinauffahren und die phantastische Aussicht genießen. Für das letzte Stück bis hinauf zum Kraterrand benötigt man allerdings eine schriftliche (kostenlose) Erlaubnis aus dem Nationalparkbüro in Santa Cruz. Achtung: Auf dem Pico del Teide ist es auch im Sommer sehr kühl. Nehmen Sie also unbedingt Pulli oder Jacke mit. Wer sich einen Überblick über die Teide-Landschaft verschaffen will, muss allerdings nicht von der Gondelstation bis ganz hinauf zum Kraterrand des Pico del Teide steigen. Wenn Sie etwa 15 Minuten zu Fuß von der oberen Seilbahnstation zum Aussichtspunkt "Mirador Forteleza" gehen, bietet sich Ihnen ein überwältigender Ausblick über die ganze Nordhälfte Teneriffas. Einige Minuten länger zu gehen hat man von der Seilbahnstation bis zu dem ruhigen Aussichtspunkt "Mirador Pico Viejo". Von hier aus kann man nicht nur die außergewöhnliche Teide-Landschaft und den Nachbarvulkan des Pico del Teide, den Pico Viejo bewundern, sondern hat bei klarem Wetter auch einen Ausblick auf das im Westen der Insel gelegene Teno-Bergmassiv sowie auf die Nachbarinseln La Palma und El Hierro. Das Lavamuseum der NaturCaldera de las Cañadas - Neben dem Teide umfasst der Nationalpark auch die Caldera de las Cañadas, die spektakuläre, bizarre Mondlandschaft der Kanaren, die schon etlichen Science-Fiction-Filmen als Kulisse diente. Der riesige ovale "Kessel" mit einem Umfang von fast 50 Kilometern und einem bis zu 500 Metern hohen, steilen Rand ist durch den Einsturz des Gipfels eines Urvulkans der Insel entstanden. Er erstreckt sich wie ein gigantisches Amphitheater über eine Länge von 17 und eine Breite von 12 Kilometern. Die weite Ebene der Caldera ist zumeist mit Schlackefeldern bedeckt. Neben der bemerkenswerten Flora der Teide-Gebirgslandschaft (s.o.) findet man hier auch viele geologische Besonderheiten. Bei Wanderungen, ausgehend vom Aussichtspunkt Mirador de La Ruleta in der Nähe des Besucherzentrums Cañada Blanca, kann man die Felsnadel des "Roque Cinchado", die aussieht, als würde sie gleich umstürzen und "La Catedral", einem wie eine Kathedrale geformten Felsendom sowie die in Purpur, Türkis und Jadegrün schimmernden Gesteinswände der "Azulejos" bewundern. Die Farbenpracht entstand durch Kontakt des Lava-Gesteins mit Wasserdampf. Andernorts in den Cañadas findet man in der Sonne wie schwarzes Glas glitzernde Obsidianfelder, aus denen die Ureinwohner das Material für ihre Schneidwerkzeuge gewannen. Beeindruckend sind auch die Felder mit großen schwarzen Basaltbomben, den Huevos del Teide (Teide-Eier), Überbleibseln der letzten Eruption des Vulkans. Überall in den Cañadas finden Sie die je nach Entstehung und Aussehen unterschiedlichen Lava-Gesteinsformen, z.B. den porösen Bimssteingrus, die zopfartige Stricklava, die Block-, die Schollen- oder die Wurstlava. Es gibt sowohl Lavagesteine mit sehr glatter, glasähnlicher Oberfläche wie auch solche mit besonders rauher, bewegter Struktur. Besucherzentren Bevor Sie sich im Nationalpark umsehen, sollten Sie sich unbedingt in einem der beiden Besucherzentren informieren. An der Nordgrenze des Parks finden Sie das ältere Centro de Visitantes de El Portillo, das neben Video-Filmen und Schaubildern auch eine kleine geologische Sammlung der Gesteinsarten und Lavaformen sowie einen botanischen Garten mit den nur am Teide vorkommenden Pflanzen aufweist. Das neuere Zentrum Centro de Visitantes de Cañada Blanca liegt mehr im Zentrum des Parks, in der Nähe des Hotels Parador. Die Zentren bieten auch kostenlose, geführte Touren zu den Sehenswürdigkeiten des Parks an. Sport- und Freizeitaktivitäten Der Teide-Nationalpark bietet, auch für völlig Ungeübte, Wanderrouten verschiedenster Schwierigkeitsstufen. Aber auch versierte Bergwanderer kommen hier auf ihre Kosten. Auch Sportradfahrer finden an den Hängen des Teide-Bergmassivs und in den Cañadas gute Bedingungen. Besonders beliebt sind die Routen rund um den Teide und die Strecke von Las Américas über Chayofa, Arona und La Escalona bis hinauf nach Vilaflor am Südhang des Teide. Anfahrt Von den Ferienzentren an der Küsten ist der Nationalpark auf vier Wegen zu erreichen: Von Norden kommend führt ein Weg von Puerto de la Cruz aus, durch das Orotava-Tal nach El Portillo. Von der Straße aus können Sie übrigens kurz nach dem Kilometerstein 22, linker Hand eine auffällig rosettenförmig aus dem Fels ragende Basaltformation, die Marguerita de Piedra sehen. Von Santa Cruz aus erreicht man El Portillo über den Esperanza-Wald und eine Panoramastraße auf der Cumbre Dorsal, dem Bergrücken der sich von Süd-Westen nach Nord-Osten über einen großen Teil der Insel zieht. El Portillo bedeutet "kleine Pforte". Der winzige Ort liegt direkt am nördlichen Einschnitt in den Ringwall des Kraterkessels. Von Süden aus fährt man von Playa de las Américas und Los Cristianos aus über das Bergdorf Villaflor zur Boca de Tauce, dem südlichen Zugang zum Kessel. Von Puerto de Santiago und Los Gigantes aus führt eine Straße über Chío am Fuß des Pico Viejo entlang bis zur Boca de Tauce. Busverbindungen zum Nationalpark gibt es von Las Américas im Süden und Puerto del la Cruz im Norden. Die Busse halten in El Portillo, an der Seilbahnstation oder beim Hotel Parador am Besucherzentrum Cañadas Blanca. Unterkünfte und Restaurants Sehr gut kanarisch und auch international essen kann man im Restaurant des "Parador", einem Hotel der oberen Preisklasse. Für kleinere Mahlzeiten bietet sich die gleich neben dem Parador gelegene Cafetería "Los Roques" an. Zwei weitere Restaurants befinden sich in El Portillo. Übernachten kann man außer im Hotel Parador auch noch in der Berghütte "Refugio Altavista" auf 3260 m Höhe, eine Gehstunde unterhalb des Teide-Gipfels. |
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