Puerto de la Cruz

Lage und Bedeutung

Wenn man sich für einen Urlaub im Norden der Insel Teneriffa entscheidet, so ist meistens Puerto de la Cruz das Ziel der Reise. Am Ausgang des bekannten Orotavatals gelegen, hat der Norden gegenüber dem Sonnensicheren Süden mehr Niederschläge zu verzeichnen, bildet aber im allgemeinen ein milderes Klima und so bietet die Umgebung von Puerto de la Cruz eine vielfältige Vegetation mit reizvollen Blumen und tropischen Pflanzen. Es gibt eine Vielzahl von Ausflugszielen in der unmittelbaren Umgebung, sowie schön angelegte Gärten und auch Freizeitparks, die die Beliebtheit des einstigen Hafendörfchens noch steigern.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Puerto de la Cruz ein kleiner Fischerort, der dann plötzlich einen Schub im Bekanntheitsgrad erhielt und zum heutigen, international bekannten Badeort wurde. Puerto, wie die Einheimischen kurz sagen, stellt mit seinen ca. 30000 Gästebetten nach Playas de las Américas und Los Cristianos das zweitgrößte Touristenzentrum der Atlantikinsel dar.
Jedoch im Gegensatz zu den Touristenmetropolen im Süden Teneriffas findet man hier noch Elemente des typischen, kanarischen Alltags und die Infrastruktur richtet sich nicht ausschließlich nach den ausländischen Gästen.

Geschichte der Stadt

Puerto de la Cruz wurde zunächst als Hafen der Stadt La Orotava Anfang des 17. Jahrhunderts gegründet. Deshalb trug die kleine Hafensiedlung anfangs den Namen Puerto de la Orotava. Hier wurde der größte Teil des Weines von Teneriffa verschifft; jedoch verlor die kleine Hafenstadt, die sich dann seit 1813 Puerto de la Cruz nannte, mit dem Niedergang des Weinbaus mehr und mehr an Bedeutung. Wegen des starken Wellengangs an der Nordküste war seit jeher das Be- und Entladen der Schiffe ein schwierige Unterfangen. So wurde im Laufe der Jahre der größte Teil des Im- und Exportes der Waren Teneriffas über den Hafen in Santa Cruz abgewickelt.

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts einige reiche Engländer und Skandinavier den Ort als ideales Reiseziel zu schätzen lernten, begann die rasche Entwicklung zur Touristenmetropole. Es entstanden erste kleine Pensionen und Hotels, bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein wirklicher Touristenboom einsetzte.

Ortsbild

Gegensätzlich zu vielen anderen Hotelstädten auf den kanarischen Inseln hat sich Puerto de la Cruz sein eigenes, besonderes Ambiente stets bewahren können. Man findet hier noch rustikale, alte Häuser im typisch, kanarischen Stil, viele, nicht von Touristen überlaufene, beschauliche schattige Plätze, die zum ausspannen einladen. Nicht zu vergessen ist auch die architektonisch ansprechende Strandpromenade, die zu einem kleinen Spaziergang auffordert. All das, das milde Klima und auch die umfangreiche Pflanzenwelt lassen die Tatsache, dass Puerto de la Cruz sich direkt an einer rauen Felsenküste befindet, absolut in den Hintergrund rücken.

Strände

Da es in der Umgebung von Puerto de la Cruz nur einige kleine, schwarze Sandstrände gab, an denen es zudem durch die starke Brandung teilweise sehr gefährlich war zu baden, scheute die Stadtverwaltung keine Kosten und Mühen um die Strandlandschaft von Puerto de la Cruz um einiges attraktiver zu gestalten. César Manrique, ein bekannter Architekt und Künstler, der viele Bauvorhaben auf den kanarischen Inseln verwirklichte, wurde für die Verschönerung der Strände gewonnen.

Heute finden sich an der Playa Jardín, die westlich des Ortskerns gelegen ist, eine weitläufige Strandzone, mit Palmen und vielen blühenden, exotischen Pflanzen. Außerdem findet man hier heute mehrere Swimmingpools und einen großen, künstlich angelegten See, in dem sich einige kleine Inseln aus schwarzem Lavagestein befinden. Auf einer dieser Inseln ist eine riesige Fontäne untergebracht, die zur Freude der Kinder in gewissen Abständen einen hohen Wasserstrahl ausstößt.
An der östlich gelegenen Playa de Martiánez wurden Schutzmolen installiert, die das Baden hier sicherer gestalten.
Eine zusätzliche Bademöglichkeit bietet der Lido San Telmo, wo man sich zwar nicht im Meer, aber in den großen Meerwasserschwimmbecken vergnügen kann.

Badegäste, die sich lieber an naturbelassenen Stränden Abkühlung oder ihr Sonnenbad verschaffen möchten, fahren zum östlichen Ortsrand von Puerto de la Cruz, wo sich die Playa Bollullo befindet.

Sehenswürdigkeiten

Die Hauptattraktion in Puerto de la Cruz ist wohl unumstritten die 1977 nach dem Entwurf des Architekten César Manrique fertiggestellten Badestrände und die Strandpromenade an der Avenida de Colón, an der man so manches schattiges Plätzchen findet, von wo aus man das bunte Treiben der Leute beobachten kann.

In die Strandpromenade fügt sich die schon 1626 erbaute Kapelle San Telmo ein. Sie wurde von Seefahrern und Fischern errichtet, um einen Ort zu haben, zu ihren Schutzheiligen zu beten. Nach einem Brand im Jahre 1780 wurde die Kapelle komplett neu aufgebaut und später, in den neunziger Jahren zuletzt komplett restauriert.
Heute werden hier die Gottesdienste der deutschsprachigen, katholischen Gemeinde abgehalten.

Ein Blickfang in Puerto de la Cruz ist auch das ehemalige Haus der Adelsfamilie Iriarte, in dem der Schriftsteller Tomás Iriarte das Licht der Welt erblickte. Die schön geschnitzten Balkone liefern einen guten Eindruck vom alten, kanarischen Baustil.
In den Räumlichkeiten kann man Bilder anschauen, die Momente aus der kanarischen Geschichte beschreiben. Außerdem bietet die Casa Iriarte an, im Schiffsmuseum einige Exponate zu begutachten.

Spätestens seit dem 18. Jahrhundert ist die Plaza del Charco der Mittelpunkt der Stadt. Umringt von einigen Terrassencafés laden einige Bänke unter den mächtigen, indischen Lorbeerbäumen zum Verweilen ein. Für die Einheimischen ist der Platz schon lange ein bekannter Treffpunkt für Jung und Alt.

Westlich der Plaza de Charco liegt das ruhige Fischerviertel La Ranilla. Noch heute finden Sie hier enge Gassen und viele Häuser in typischer Bauweise.
In La Ranilla befindet sich auch das archäologische Museum. Es eröffnete 1991 in dem im 19. Jahrhundert erbauten Herrenhaus und informiert mit einer kleinen Sammlung über die Geschichte der Altkanarier. Ausstellungen mit wechselndem Motto verleihen dem Museo Arqueológico zusätzlichen Anreiz.

Hoch über Puerto de la Cruz thront zwischen prächtigen Parkanlagen das Casino Taoro. Der Bau der Nobelherberge wurde 1892 fertiggestellt, jedoch von einem Brand im Jahre 1929 vollkommen zerstört. Später, in den siebziger Jahren wurde das Haus komplett Restauriert und ein Casino zog in das Gebäude ein.

Wer Einblicke in die Kultivierung und Weiterverarbeitung von Bananen bekommen möchte, besucht die Bananera El Guanche. Neben detaillierten Informationen über Bananen und andere tropische Nutzpflanzen, wie zum Beispiel Avocado- oder Papayabäume, bekommt man die Möglichkeit den auf Teneriffa hergestellten Bananenlikör zu probieren.
Als Service besteht ein kostenfreier Busservice, der Besucher zu der 3 km südöstlich des Zentrums von Puerto de la Cruz gelegenen Bananenplantage befördert.

Einen ganzen Urlaubstag sollte man dem Loro Parque im westlichen Ortsteil Punta Brava widmen, den man mit einer lustigen, bunten Bimmelbahn von der Playa Martiánez aus erreichen kann.
Der große Papageienpark ist weit mehr als ein einfacher Tier- oder Vogelpark mit attraktiven Parkanlagen und bunten Papageien. Auf den 125000 qm des Geländes sind neben tropischen und subtropischen Pflanzen, von 335 auf der Welt existierenden Papageienarten weit über 200 zu sehen.
Im Loro Parque gibt es eine Zuchtstation für seltene Papageienarten, die für Besucher allerdings nicht zugänglich ist.
Eine besondere Attraktion ist das voluminöse Aquarium, das Sie in einem riesigen Glastunnel durchqueren und auch riesigen Haifischen direkt ins Auge blicken können.
Außerdem wohnen im Loro Parque noch viele weitere Tierarten wie Krokodiele, Tiger und Fledermäuse, aber auch Delphine und Seelöwen.
Die Pinguine haben gerade erst ein neues Zuhause bekommen, in dem die Temperatur je nach Jahreszeit zwischen 2 °C und 14 °C variiert.

Restaurantempfehlungen

Im rustikalen Ambiente der meisten Lokale in Puerto de la Cruz findet man ein unglaublich vielfältiges Angebot von Restaurantkultur, wie sie einem sonst nirgendwo auf Teneriffa geboten wird. Jedoch heißt hier Quantität nicht Qualitätsverlust!

Kenner typisch kanarischer, beziehungsweise spanischer Speisen sollten ins Regulo begeben. In dem über mehrere kleine Räume verteilten Lokal gibt es neben leckeren Fischvariationen und Fleischgerichten auch ansprechende Mahlzeiten mit Lammfleisch. Wer allerdings nicht reserviert, muss meistens im Warteraum verweilen und kann sich mit einem Aperitif die Zeit vertreiben.

Frisches Seafood genießt man am besten direkt an der Promenade im Pomodoro, während man entspannt auf der Terrasse sitzt und durch den großen Torbogen die kräftige Brandung beobachtet, wenn sie an der Mauer zerschellt.

Ein sehr beliebtes Terrassencafé ist das El Dínámico, das mit stattlichen Torten und nett dekorierten Cocktails lockt.